SAP passt Wartungsgebühren 2027 an

10/09/2026

SAP passt Wartungsgebühren 2027 an – was Unternehmen jetzt beachten sollten

SAP wird zum 1. Januar 2027 die Wartungsgebühren für bestehende Supportverträge anpassen. Betroffen sind SAP Standard Support, SAP Enterprise Support und SAP Product Support for Large Enterprises.

Die Höhe der Anpassung orientiert sich am jeweils relevanten lokalen Verbraucherpreisindex (CPI) beziehungsweise an den für den jeweiligen Markt vorgesehenen Vergleichsindizes. SAP begrenzt die Erhöhung dabei auf maximal 5 Prozent.

Wichtig ist die Unterscheidung: Nach Angaben von SAP handelt es sich nicht um eine Erhöhung der Listenpreise der Supportangebote, sondern um eine Anpassung der Wartungsgebühren bestehender Verträge auf Basis der jeweiligen vertraglichen Regelungen.

Warum passt SAP die Wartungsgebühren an?

SAP verweist auf die Bedingungen bestehender Supportverträge, die nach der Anfangs- und ersten Verlängerungslaufzeit eine jährliche Anpassung der Wartungsgebühren vorsehen können. Ob und in welcher Höhe eine Anpassung erfolgt, wird jährlich unter Berücksichtigung regionaler und lokaler Marktbedingungen entschieden.

Als Grundlage dient grundsätzlich die Entwicklung des jeweiligen lokalen Verbraucherpreisindex. Je nach Markt können allerdings auch andere Indizes relevant sein. Für Deutschland nennt SAP beispielsweise den Index der durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste im Bereich Dienstleistungen der Informationstechnologie.

Damit kann die tatsächliche Anpassung je nach Land und Vertragskonstellation unterschiedlich ausfallen – die Obergrenze für 2027 liegt bei 5 Prozent.

Welche Auswirkungen kann die Anpassung für Unternehmen haben?

Auch wenn eine Erhöhung um einige Prozent zunächst überschaubar erscheinen mag, können die Auswirkungen bei großen SAP-Vertragsvolumina erheblich sein. Insbesondere bei umfangreichen On-Premises-Landschaften können bereits wenige Prozent zusätzliche Wartungsgebühren zu spürbaren Mehrkosten führen.

Für Unternehmen ist deshalb entscheidend, nicht nur die angekündigte prozentuale Anpassung zu betrachten. Vielmehr sollte geprüft werden, welche Verträge und Supportleistungen tatsächlich betroffen sind, welcher Index vertraglich relevant ist und auf welcher Kostenbasis die Anpassung berechnet wird.

Die Änderung kann außerdem Anlass sein, das bestehende SAP-Lizenz- und Supportportfolio genauer zu betrachten. Werden sämtliche vorhandenen Lizenzen weiterhin benötigt? Gibt es ungenutzte oder überdimensionierte Lizenzbestände, für die dennoch Wartungsgebühren anfallen? Welche Auswirkungen haben geplante Veränderungen der SAP-Landschaft oder eine bevorstehende S/4HANA-Transformation?

Gerade bei langfristiger Budget- und Vertragsplanung sollten die möglichen Mehrkosten für 2027 daher frühzeitig berücksichtigt werden.

Was sollten SAP-Kunden jetzt tun?

Unternehmen sollten ihre bestehenden SAP-Supportverträge und die darin enthaltenen Preisanpassungsmechanismen prüfen, die potenzielle Kostensteigerung für 2027 quantifizieren und deren Auswirkungen auf die kommenden Budgets bewerten.

Darüber hinaus bietet die Anpassung einen guten Anlass, den bestehenden Lizenzbestand mit der tatsächlichen Nutzung und dem zukünftigen Bedarf abzugleichen. So lässt sich beurteilen, ob steigende Wartungskosten lediglich eingeplant werden müssen oder ob gleichzeitig Optimierungspotenziale im SAP-Lizenzportfolio bestehen.

Lizenz- und Vertragsänderungen frühzeitig im Blick behalten

Änderungen bei Preisen, Lizenzmodellen, Supportbedingungen und Vertragsregelungen gehören mittlerweile zum Alltag im Software Asset Management. Für Unternehmen wird es deshalb zunehmend wichtiger, relevante Entwicklungen bei strategischen Softwareherstellern frühzeitig zu erkennen und ihre konkreten Auswirkungen auf das eigene Portfolio zu bewerten.

Genau hier setzt das Vendor Observer Competence Center (VOCC) von VOICE – Bundesverband der IT-Anwender e. V. an. Im VOCC beobachten und analysieren wir kontinuierlich relevante Entwicklungen bei großen Software- und Cloud-Anbietern und ordnen diese aus Anwendersicht ein. Weitere Infos finden Sie hier.

Falls Sie darüber hinaus Unterstützung bei der individuellen Bewertung der Auswirkungen auf ihre SAP-Verträge, Lizenzbestände und Kosten benötigen, sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam analysieren wir die konkrete Vertragssituation, identifizieren mögliche finanzielle und lizenzseitige Auswirkungen und zeigen Handlungs- und Optimierungsmöglichkeiten auf.