Software Asset Management – Preiserhöhungen 2025 und Trends für 2026

04/02/2026

Software Asset Management – Preiserhöhungen 2025 und Trends für 2026

Im Rahmen des Vendor Observer Competence Center (VOCC) betrachten wir monatlich die Neuerungen und Änderungen am Software- und Cloudmarkt. Zum Jahreswechsel fassen wir die zentralen Entwicklungen in 2025 zusammen und werfen einen Blick voraus auf 2026.

Preiserhöhungen in 2025

Im Rückblick auf 2025 mussten Kunden einige Preiserhöhungen bei großen Software-Vendoren in Kauf nehmen.

Insbesondere Microsoft hatte einige unangenehme Überraschungen für die Kunden parat. Neben generellen Erhöhungen für einige Produkte, insbesondere bei den On-premises Serverlizenzen, hat im November des vergangenen Jahres der Wegfall der Rabattstaffeln bei den Online-Services für Unruhe bei den Kunden gesorgt. Bei der nächsten Vertragsverlängerung werden die Preise allerdings nicht nur aufgrund des Wegfalls der Rabattstaffeln deutlich steigen. Microsoft hat für Juli 2026 bereits die nächste Preiserhöhung angekündigt:

Der Funktionsumfang wird bei den Office 365 und Microsoft 365 Subscriptions angepasst – verbunden mit einer Preiserhöhung um 5%-33% der Listenpreise. Dabei werden einige zusätzliche Features, die bislang separat als Suite erhältlich waren, zukünftig in den Funktionsumfang der regulären Subscriptions integriert. Somit haben Kunden ab dem kommenden Juli keine Auswahlmöglichkeit mehr bei diesen Features, sondern müssen die höheren Preise akzeptieren. Insbesondere bei den M365 F1 & F3 Subscriptions sind signifikante Preissteigerungen von 25% bzw. 33% zu verzeichnen.

Doch auch bei anderen Vendoren, wie IBM, Atlassian, Adobe, SAP und Salesforce gab es in 2025 Preiserhöhungen oder wurden bei IBM und Autodesk bereits für Januar 2026 angekündigt. Damit setzt sich der Trend bei Cloud Services fort, dass bei jeder Vertragsverlängerung mit Preissteigerungen zu kalkulieren ist.

Strategische Partnerschaften zur Weiterentwicklung von KI

2025 war darüber hinaus geprägt durch eine Vielzahl von Initiativen zur Weiterentwicklung von KI-Funktionalitäten. Hierfür haben sich große Software-Vendoren zusammengefunden um im Rahmen von strategischen Partnerschaften die KI-Technologie gezielt weiterzuentwickeln. Unternehmen, welche üblicherweise als Wettbewerber auftreten, arbeiten dabei als Partner zusammen um beispielsweise wie Meta & Google ihre KI-Infrastruktur gemeinsam weiter auszubauen. Viele große IT-Unternehmen kündigten im vergangenen Jahr Partnerschaften im KI-Umfeld an – sowohl große Software-Vendoren wie Adobe, Broadcom, IBM, Microsoft, Oracle und SAP, als auch KI-Spezialisten und Tech-Giganten wie Google, Meta, Nvidia und Open AI. Gartner hat bereits in einer Pressemitteilung eine weitere Steigerung der IT-Ausgaben auf über eine Billion US-Dollar prognostiziert, welche stark durch den Ausbau von KI-Technologie und damit verbundenen Infrastruktur getrieben werden.

Große Vendoren bauen KI-Expertise durch Akquisitionen kleinerer Unternehmen aus

Neben Partnerschaften nutzen große Software-Unternehmen auch Akquisitionen von KI- Spezialisten, um Ihre KI-Expertise auszubauen und Innovationen gezielt voranzutreiben. Insbesondere IBM und Salesforce stechen dabei hervor, welche beide in 2025 größere Investitionen getätigt haben, um gleich mehrere KI-Spezialisten zu kaufen. IBM beispielsweise hat Confluent für etwa 11 Milliarden US-Dollar gekauft, und Salesforce hat etwa 8 Milliarden US-Dollar für Informatica auf den Tisch gelegt. Damit setzen beide Unternehmen Ihre Strategie fort, mittels Akquisitionen die KI-Weiterentwicklung strategisch voranzutreiben. Diese Investitionen müssen allerdings auch refinanziert werden und werden bereits teilweise an die Kunden weitergegeben, indem z.B. KI-Funktionen in existierende Produkte mit entsprechenden Preissteigerungen integriert werden - ohne die Möglichkeit diese Funktionen abzuwählen.

Ausblick für 2026

Das Rennen um die Vorherrschaft bei der KI-Technologie geht auch 2026 weiter. Gemäß des IT Priority Reports von Flexera steht für 33% der IT-Entscheidungsträger die KI-Integration ganz oben auf der Prioritätsliste. Gleichzeitig stellen allerdings sowohl die nachweisbare Rentabilität der KI-Investitionen als auch die Nachverfolgung dieser Investitionen inklusive der Kostenentwicklung eine große Herausforderung dar.

Darüber hinaus werden trotz steigender KI-Investitionen und genereller IT-Kosten immer mehr Einsparungsinitiativen vorangetrieben. Die fehlende Transparenz über IT-Kosten, insbesondere die Schatten-IT sowie die Entwicklung von Cloud und SaaS-Kosten stehen im Fokus, da viele Entscheidungsträger davon überzeugt sind, dass ihre IT-Ausgaben deutlich zu hoch sind.

Verstärkt wird das Spannungsfeld durch ständig zunehmende oder sich verändernde Regularien, welche versuchen mit den Innovationen Schritt zu halten. Die IT-Abteilungen müssen kontinuierlich die Änderungen in der Gesetzgebung nachverfolgen und Governance-Maßnahmen etablieren, um die Compliance mit Verordnungen wie DORA, NIS-2 oder dem EU AI Act sicherzustellen. Zugleich sind die Entwicklungen im Bereich der digitalen Souveränität ständig im Wandel und noch nicht ausgereift.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Unternehmen 2026 vor der großen Herausforderung stehen, die KI-Initiativen sowie Maßnahmen für die digitale Souveränität sowohl mit bestehenden und neuen Regularien, sowie mit anspruchsvollen Einsparmaßnahmen in Einklang zu bringen. Als Voraussetzung empfiehlt es sich Transparenz über die eigenen Cloud-, KI- und Software-Nutzung herzustellen und damit einen möglichst guten Überblick über Cloud- bzw. Softwareausgaben und deren Kostenentwicklung zu erlangen. Ausgehend von der bestehenden Nutzung sowie der Ist-Kosten lassen sich Compliance- und Kosten-Initiativen angehen.

Das VOCC unterstützt Unternehmen dabei durch aktuelle und relevanzierte Marktinformationen. Bei Interesse an einer Teilnahme am VOCC, kontaktieren Sie uns gerne direkt und profitieren Sie von den vorgestellten Informationen, Handlungsempfehlungen und dem Erfahrungsaustausch innerhalb der VOCC-Community. Wir laden Sie gerne zu dem nächsten Termin ein und freuen uns Sie als Teil unserer monatlichen „Trusted Community“ begrüßen zu dürfen.