5 Tage Harz – Arbeiten, Lachen und als Dank wurde man von einer 100 Meter hohen Brücke geworfen.
Manche Unternehmen schicken ihre Mitarbeitenden zum Teambuilding in einen dunklen Konferenzraum. Wir bei Complion fahren stattdessen in den grünen Harz, kletterten auf eine 450 Meter hohe Hängebrücke, haben uns rund 40 Meter in die Luft katapultieren lassen (in diesem Falle, gehörte ich zu den Katapultopfern) und stürzten uns 100 Meter in die Tiefe, aber dazu später mehr. Eine Woche lang hat sich das Complion-Team in Elbingerode versammelt, um gemeinsam zu arbeiten, Ideen auszutauschen, Spaß zu haben und natürlich auch die Umgebung zu entdecken.
Falls euch der Name Elbingerode nichts sagt, keine Sorge, so ist es mir vor der Workation auch ergangen. Der Erholungsort blickt auf eine lange Vergangenheit zurück und wurde erstmals im Jahre 1206 erwähnt. Als ehemaliges Bergbaustädtchen erinnert heute noch das Besucherbergwerk „Drei Kronen & Ehrt“ an den damaligen Eisen- und Schwefelabbau. Als Compliance- und Security-Fachleute suchen wir bei Complion jedoch lieber nach Schwachstellen in der IT als nach Eisenerz und Schwefel.
Starten wir aber am Anfang mit der Anreise. Der erste Tag lief, wie es sich für gute Consultants gehört, strukturiert und mit klarer Agenda ab. Die Kolleginnen und Kollegen wurden begrüßt, die Koffer wurden ausgepackt und am Abend wurde die nähere Umgebung erkundet. Als Kölner war mir diese nächtliche Ruhe nur selten bekannt. Am Dienstag haben sich die ersten Practice-Groups zusammengefunden, um sich über neue Ideen oder weitere spannende Innovationen wie die FinOps-Potentialermittlung auszutauschen und weiterzuentwickeln. Nach einem interessanten Vortrag über Elbingerode wurde am Abend der Grill angeworfen. Während der Grundsatzdiskussion, ob zuerst die Würstchen oder die Steaks auf den Grill gehören, wurde parallel am Kicker-Tisch um jeden Punkt gekämpft. Das ein oder andere Ego wurde am Kicker angekratzt (so auch meins), hier wurde nicht nach dem aktuellen Stand der Reifegradanalyse gefragt, sondern nach der Tordifferenz.
Das eigentliche Highlight folgte am darauf liegenden Tag. Nun wurde aus der Workation nämlich eine kleine Olympiade. Angefangen hat der Mittwoch jedoch mit einer entspannten Wanderung im Harz.
Hier wurden wir in Teams eingeteilt und haben während der Wanderung unterschiedliche Challenges gegeneinander ausgetragen. Ein Quiz erforderte Hirn, mehrere Geschicklichkeitsspiele erforderten Koordination. Hier zeigte sich, wer im Team eher der strategische Kopf oder mehr die helfende Hand ist. Als wir während der Wanderung über die Rappbodetalsperre spazierten, konnten wir den Preis für das beste Team der Challenges sehen: ein Pendelsprung aus rund 100 Meter Höhe mit freiem Fall, der sogenannte Gigaswing. Ich weiß nicht, was sich schneller verändert hat, die Temperaturen in Deutschland oder die Gesichtsfarbe der Kolleginnen und Kollegen. Bevor es jedoch so weit war, sind wir alle mit Europas längster Doppelseilrutsche mit rund 85 km/h 1.000 Meter über einen 120 Meter tiefen Abgrund gerauscht.
Vor der Siegerehrung stand uns noch eine 460 Meter lange und rund 100 Meter hohe Hängebrücke im Weg. Auf der anderen Seite wurden die Teams gekürt. Da mein Team den zweiten Platz belegt hat, haben wir anscheinend den entspannten Preis bekommen und wurden „nur“ über 40 Meter mehrfach in die Luft katapultiert. Im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob „entspannt“ der passende Begriff ist.
Das erste Team hat, wie bereits erwähnt, den Sprung aus 100 Meter Höhe „gewonnen“. Das Wort „gewonnen“ habe ich dabei absichtlich in Anführungsstriche gesetzt. Am Ende hat es allen Beteiligten jedoch sehr viel Spaß gemacht, das konnte man aus ihren Gesichtern rauslesen. Anschließend ließen wir den Tag mit einem kleinen Grillfest und ein paar kühlen Getränken ausklingen.
Der Donnerstag führte uns wieder ein Stück näher an unseren Berufsalltag. Ein Business-Teil stand auf dem Programm, in welchem wir die Hindernisse und Komplikationen von schwierigen Gesprächspartnern bei der Erstellung von Angeboten ausarbeiteten. Dabei ging es nicht nur um aktives Zuhören, sondern auch um strukturiertes Denkvermögen. Dies ist, im Zeitalter von KI, immer wichtiger für einen guten Consultant. Stetige Verbesserung der eigenen Arbeit ist deshalb auch, neben dem spaßigen Rahmenprogramm, der eigentliche Grund für die Workation. Den Abend verbrachten wir gemeinsam beim Spanier mit Tapas. Am nächsten Morgen, natürlich viel zu schnell, war der Abreisetag gekommen. Dann hieß es, Koffer packen, Zimmer aufräumen und einen letzten Blick auf den Harz werfen.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, welche sich nach jeder Complion-Workation erneut bestätigt: Teamgeist erhält man nicht durch KickOff- oder Jour Fixe-Termine, man muss ihn gemeinsam erarbeiten, erwandern und ergrillen (und wenn es sein muss, auch mal aus 100 Metern Höhe springen).
Haben wir dein Interesse geweckt? Dann werde Teil unseres Teams und informiere dich über unsere Karriereseite über deine Einstiegsmöglichkeiten. Wir freuen uns auf deine Bewerbung.
Autor: Roman Scholtysik